Die Schulbaustrategie – ein schöner Traum
Der Bau von Schulen ist verdammt teuer. Die Sanierung von Schulgebäuden auch. In der jüngeren Vergangenheit hat die Stadt Leipzig jährlich ca. 200 Mio. € in solche Projekte investiert. Immer dabei: ein hoher Anteil Fördermittel vom Land.
Die sind nun vollständig weggefallen. Einzig aus dem Sonderkredit des Bundes könnten ein paar Euros an Leipzig gehen. Die optimistischen Schätzungen gehen dabei von ca. 22 Mio. € pro Jahr aus. Ungefähr ein Viertel der früheren Landesförderung. Leider haben die Verantwortlichen im sächsischen Landtag noch immer nicht begriffen, dass, im Unterschied zum ländlichen Sachsen, in Leipzig Schülerinnen und Schüler keine aussterbende Spezies sind.
Das allein wäre schon eine mittlere Katastrophe für die anstehenden Schulbauvorhaben. Hinzukommen aber noch die dramatischen Einschnitte beim Leipziger Haushalt. In Summe bleibt somit nur noch ungefähr die Hälfte der ursprünglich geplanten Investitionsmittel für die nächsten Jahre übrig. Auch wenn das dann immer noch der mit Abstand größte Brocken im Leipziger Investitionshaushalt ist, sind die Planungen der Schulbaustrategie nur noch eine schöne Träumerei aus besseren Zeiten. Bitter für die, die immer wieder auf später vertröstet wurden und die geglaubt hatten, nun bald dran zu sein. Ganz vorn dabei, die Paul-Robeson-Schule, die Wilhelm-Wander-Schule und die Heinrich-Pestalozzi-Schule.
Ob sich die Finanzsituation in naher Zukunft wieder bessern wird, ist ungewiss. Nur eins ist sicher, den politischen Entscheidungsträgern muss immer wieder deutlich gemacht werden, dass Bildung mit allem, was dazu gehört, wichtig ist. Am Ende ist das auch eine Frage der Prioritätensetzung. |