Schulplätze oder Spielplätze? – Das ist hier die Frage – Pressemeldung des KER (aktualisierte Version)

Aktualisierung (24.03.2026)

Inzwischen gab es Gespräche mit der Stadtverwaltung (Dezernat für Jugend, Schule und Demokratie und Amt für Schule) zum Thema des Schulneubaus und es wurde eine Lösung gefunden, dass die Ersatz-Stellplätze in dem geplanten Schul-Baugebiet gestellt werden können. Somit ist für die Stellplätze, wie auch für den Verbleib des Bauspielplatzes gesorgt. Die Pressemeldung der grünen Fraktion dazu ist hier zu finden.

Leider sieht die CDU-Fraktion weiterhin nicht ein, dass der Schulneubau notwendig ist und hat ihren Änderungsantrag zur Verhinderung des Schulbaus in der Katzmannstraße als eigenen Antrag ausgekoppelt.


Ursprüngliche Pressemeldung


Kennen Sie dieses Bild? Es ist vom 19. März 2025 und hält mit roter Farbe fest, welchen Stadträten die Lernbedingungen unserer Kinder nicht so wichtig wie der Wahlkampf war. Zur Erinnerung, damals stand die Bundestagswahl kurz bevor.

Aber, was war geschehen? Es war ein klassischer Interessenskonflikt. Für den Bau der dringend benötigten Auslagerungsschule Katzmannstraße sollte ein Garagenhof weichen. Nach zahlreichen Diskussionen war es ein Kompromissvorschlag der SPD, welcher der Beschlussvorlage zum Bau der Schule zum Erfolg verhalf. Als Ausgleich für die wegfallenden Garagen, sollen Stellplätze in der näheren Umgebung geschaffen
werden.

Was damals keiner ahnte: Die einzig sinnvolle Fläche für diese Ausgleichsstellplätze, wird von einem Bauspielplatz genutzt. Und hier haben wir den nächsten Interessenskonflikt. Die Bündnisgrünen fragen nun, „Was ist wichtiger, Spielplätze oder Stellplätze?“ Aber das ist hier die falsche Frage.

In ihrer Pressemitteilung vom 21.3.25 stellten Stadtschülerrat und Kreiselternrat fest: „Wir freuen uns, dass mit dem Änderungsantrag der SPD-Fraktion ein mehrheitsfähiger Kompromiss beschlossen wurde, der die Anliegen der Garagenbesitzer:innen einbezieht und trotzdem den dringend notwendigen Schulbau sichert.“ Dieser Kompromiss erkennt an, dass Leipzig eine Stadt für Schülerinnen und Schüler ist, aber genauso eine Stadt für die Personen, welche auf ein Kraftfahrzeug angewiesen sind. Die Auslagerungsschule Katzmannstraße und die Ausgleichsstellplätze sind damit quasi zu einer Einheit verschmolzen. Dadurch ist in diesem Fall die Frage „Spielplätze oder Stellplätze?“ äquivalent zu der Frage „Spielplätze oder Schulplätze?“.

Die Pressemitteilung von damals schließt mit folgenden Worten: „Dabei muss den Entscheidungsträger:innen bewusst sein, dass sie in der Verantwortung sind, gute Bildung in Leipzig sicherzustellen. Auch wenn Kompromisse gefunden werden müssen, sind klare Entscheidungen für Bildung und Schule unerlässlich.“ Aber nicht mal ein Jahr später scheinen das einige wieder vergessen zu haben.

Die Bündnisgrünen wollten die Verpflichtung zur Schaffung der Ausgleichsstellplätze (also die Grundlage für die Beschlussmehrheit) von damals aufheben lassen, um so den Bauspielplatz an Ort und Stelle belassen zu können. Zwar haben die Bündnisgrünen sich von den Linken überzeugen lassen, dass man diesen Kompromiss dringend stehen lassen sollte. Trotzdem nimmt die CDU das als Steilvorlage auf und will direkt den
ganzen Schulbaubeschluss aufheben lassen und würde wahrscheinlich in Zukunft der Stadtverwaltung Versagen vorwerfen, weil es mit den Schulsanierungen nicht vorangeht. Der Wahlkampf, diesmal den Posten des Oberbürgermeisters, ist längst eröffnet – mal wieder auf dem Rücken der Schülerinnen und Schüler dieser Stadt.

Eins ist klar, für Spielplätze findet man leichter neue Standorte als für Schulen, auch wenn Einige das anders sehen. Der Kreiselternrat fordert von den Stadträten, dass sie wieder Politik für Leipzig und deren Bürger statt für ihren Wahlkampf machen.

Leipzig, 22.02.2026