Akademisierung als Trend – Erfolgsrezept oder Irrweg? der StadtElternRat Leipzig auf der vocatium

10. Fachmesse für Ausbildung+Studium vocatium Leipzig/Halle 2018

Was nimmt ein Schüler noch so von der Messe mit?

„Die Messe vocatium Leipzig/Halle ist eine Fachmesse für Ausbildung+Studium auf der qualifizierte Kontakte zwischen Schülern und Ausstellern das Ziel ist. Bereits vor Beginn der vocatium Messe Leipzig/Halle werden für die Schüler und Studenten passgenaue, ihren beruflichen Interessen entsprechende Einzeltermine organisiert. Die Termine werden den Schülern 14 Tage vor Messebeginn mitgeteilt, damit sich diese gezielt mit einer Kurzbewerbung auf Ihr Gespäch vorbereiten können. Das Ziel der vocatium Leipzig/Halle Messe ist es nicht, möglichst viel Besucher durchzuschleusen, sondern für die jungen Menschen und die Unternehmen bzw. Hochschulen eine möglichst hohe Qualität der Beratungsgespräche zu erreichen.“

Quelle:   IfT Institut für Talententwicklung GmbH

Das ift Institut für Talententwicklung organisiert seit Jahren eine Messe für Leipzig  und Sachsen Nord. Es geht darum insbesondere Schüler der achten und neunten Klasse für einen Ausbildungsberuf oder für ein Studium zu gewinnen.

In diesem Jahr war zum ersten Mal das Thema Duales Studium vertreten.

Am  8. Mai 2018 waren zur Messe Vertreter aus  Hochschule, Unternehmen, Handwerkskammer, Kreiselternrat, Agentur für Arbeit ins Globana Trade Center Schkeuditzzum diskutieren geladen.

Das Thema der Podiumsdiskussion war „Akademisierung als Trend – Erfolgsrezept oder Irrweg?“

Die Teilnehmenden waren:

  • Oliver Christoph Klaus, Abteilungsleiter Berufsbildung der Handwerkskammer zu Leipzig, Bildungs- und Technologiezentrum,
  • Petra Elias, Vorsitzende Stadtelternrat Leipzig
  • Gunther Friedl, Agentur für Arbeit Leipzig,
  • Prof. Dr. nat. techn. Ulf Schubert Rektorat der Hochschule Merseburg
  • Angela Papenburg, Geschäftsführerin Günter Papenburg AG

Die Moderation übernahm Frau Eva Pammler vom ift Institut für Talententwicklung.

Frau Pammler  hatte die Akteure der Podiumsdiskussion eingeladen, um über die zunehmende Akademisierung zu sprechen. Seit Jahren gibt es den Trend,dass immer mehr Jugendliche studieren. Jetzt sollte beleuchtet werden, ob die OCDE mit ihrer Annahme recht hat, dass nur ein Studium dazu führt, einen Arbeitsplatz zu erhalten. Dieser Satz wurde ein auf dem Podium kontrovers diskutiert Punkt

Während die Agentur für Arbeit durchaus das Ausprobieren der verschiedenen Bildungsgänge bewarb, sahen Herr Klaus von der Handwerkskammer und Frau Elias vom Stadtelternrat dies anders. Herr Klaus sprach davon, dass ca 70% der spanischen Jugendlichen eine akademische Ausbildung hätten. Jedoch gerade mal 60% der Jugendlichen hätten tatsächlich eine Arbeit. Die aktuelle Quote der Jugendarbeitslosigkeit in Spanien beträgt 38 %.

Unter diesem Aspekt kann er eine weitergehende Akademisierung nicht befürworten. „In Deutschland haben wir das duale System in der Ausbildung. Diese gibt es so in anderen Ländern nicht. Von der OECD wird dieses System jedoch nicht anerkannt.“ Stadtelternvertreter Elias sprach davon, dass manche Ausbildung vom Niveau her mit einem Bachelor durchaus zu vergleichen ist.

Konsens herrschte darüber, Jugendlichen Zeit für die Berufsfindung zu geben. Auch darüber, dass Eltern maßgeblich bei der Berufsfindung mitwirken. Schnell wurde klar, dass die Berufseinstiegserfahrungen der Eltern, nicht mit den heutigen zu vergleichen sind. So sind heutige Handwerksberufe genauso technisch aufgerüstet und digital ausgestattet, wie mancher Beruf nach einem Studium.

Unverständnis erntete der Berater der Agentur für Arbeit bei Lehrern und Eltern darüber, als er Jugendliche aufgefordert, sich ohne Rücksprache, auch gegen den Willen der Eltern zu stellen und seinen Ausbildungsweg zu finden.

„Natürlich kann sich ein Jugendlicher auch gegen den Willen der Eltern für einen Beruf einscheiden“, findet Elternsprecher Elias, „wichtig ist es jedoch, dass er weiterhin Unterstützung aus dem Elternhaus erfährt. Dafür braucht es die Zusammenarbeit der Agentur für Arbeit, den beratenden Kammern, und der Schule, und den Eltern,“ sagte Vorsitzende des Stadtelternrat sehr deutlich.

Beim anschließenden Rundgang, konnten konnte der Vorstand des Stadtelternrat, mit Petra Elias, Petra Schmidt und Rainer Müller die Stände in Augenschein nehmen.

Unsere Empfehlung:

Die vocatium Messe ist für Schüler der Oberschulen und auch für Schüler der Gymnasien von Klasse 8 bis 9 sehr zu empfehlen.

Das besondere an der vocatium Messe ist, dass Jugendliche sich im Vorfeld für ein bis drei Aussteller entscheiden können, bei dem sie eine Probe Bewerbung abgeben möchten. Diese Probe Bewerbung wird zum Anlass für ein Bewerbungsgespräch genommen. Damit können Jugendliche schon mal testen, wie es ist in einem Bewerbungsgespräch zu sein. Schon mancher, so versicherte uns Frau Pammler, hätte dadurch schon seinen Ausbildungsbetrieb gefunden.